Durchgangsverkehr verhindern?

Täglich fahren noch immer viele Tausend Fahrzeuge (vor allem LKW) durch Lüdenscheid. Sie verhindern, dass Menschen pünktlich zur Arbeit kommen und Firmen „ordentlich“ beliefert werden können. Kulturelle Einrichtungen, der Einzelhandel, die Gastronomie – vor allem aber die Anlieger auf den Umleitungsstrecken leiden unter der Verkehrsbelastung.
Ich wohne inzwischen in einem Anlieger-Bereich (der häufiger denn je von Nicht-Anliegern befahren wird). Ich höre und lese von Nummernschild-Erkennungen der RWTH Aachen, von einer möglichen Erprobung, datenschutzrechtlichen Bedenken (natürlich!) und Fragen der konkreten Umsetzbarkeit.

Seit Monaten stehen am Westhofener Kreuz und am Kreuz Olpe Süd überall unterschiedliche Hinweise. Statt klaren Umleitungen (Dortmund => A4 via Köln) gibt es kryptische Hinweise, Beschilderungen und Leuchttafeln in unterschiedlichen Größen und mit unterschiedlichen Inhalten.

Auf einen politischen Antrag zum Thema haben wir seit Januar keine Rückmeldung bekommen (da geht es Kommunalpolitikern manchmal nicht anders als anderen Ideengebern).

Beschilderungen am Kreuz Olpe Süd aus Fahrtrichtung Köln sowie aus Fahrtrichtung Frankfurt…


Warum gibt es – seit über drei Monaten – keine klaren Beschilderungen für die Sperrung bzw. die Haupt-Umleitungsstrecken?

Für die Information, dass Dortmund aus südlicher Richtung hinter Lüdenscheid liegt, braucht es meiner Meinung nach kein Schild… .

Einfach machen.

Spazieren gehen…

Heute war ich spazieren. Allein mit Hund. Dreifach geimpft. Ich habe ein Jahr Revue passieren lassen, in dem ich beruflich unter Corona gelitten habe und liebe Menschen beerdigen musste.

Bis heute habe ich jede Haltung und Meinungsäußerung toleriert (zum Teil für mich nachvollziehbar, zum Teil nur schwer zu ertragen).

Es war mir wichtig, dass wir ganzjährig für Kinder, Jugendliche und Familien im CVJM Aktionen angeboten haben. Gerade jetzt, wo es darum geht, möglichst viel nach- und aufzuholen. Ich habe mich für Luftfilter und CO2-Ampeln in KiTas und Schulen und einige Dinge mehr eingesetzt, um möglichst gut durch diese Zeit zu kommen.

Seit einigen Wochen erlebe ich in meiner Stadt, dass eine zunehmende Anzahl von Menschen wöchentlich durch die Innenstadt zieht. Am Montag waren es wohl um die 1000. Begleitet durch die Polizei über öffentliche Straßen. Die Polizei, die in diesem Jahr keine Sankt Martins Umzüge begleiten konnte. Dafür haben sich die Marschierenden bedankt.
Vorbei an den Weihnachtsmarkt-Händlern, die 2G bei ihren Kunden durchsetzen. Auf den Rathausplatz vor das Rathaus, in dem die Stadtverwaltung das Ordnungsrecht ausübt. Arm in Arm, geimpft, getestet oder ungeimpft und ohne Maske haben sie „Freiheit“ gesungen.

Während Sie Ihre Demonstration „Spaziergang“ nennen. Genauso wie Pegida-Demonstrationen unter anderem durch Herrn Höcke bezeichnet werden, was aber wiederum zum mitmarschierenden Neonazi passt… .

Führt unsere Toleranz dazu, dass Menschen – gegen alle Regeln – unter Missachtung von Kontaktverboten, Mindestabstand und Maskenpflicht – ihre Freiheit besingen dürfen? Wofür nehmen wir und unsere Kinder Einschränkungen hin, wenn sich intelligente Menschen ihre Aerosole – in diesem Fall sogar draußen – gegenseitig singend in den Rachen schieben? Was hält unsere Ordnungskräfte davon ab, unsere Regeln bei diesen Menschen- anders als bei anderen über den Tag verteilt- durchzusetzen?

Ich bin es müßig, darauf hinzuweisen, dass das Recht auf eine eigene Meinung nicht ein Recht auf eigene Fakten ist. Gerade dann wenn diese Menschen die Realität verweigern.
Denn: Eine Demonstration mit 1.000 Menschen, Lichtern, gemeinsamen Brechen der Regeln in unserer Gesellschaft, gemeinsamem Skandieren und Singen ist eine Demonstration.

Ein Spaziergang ist das, was ich heute Morgen gemacht habe. Mit Hund.

Forschungsbericht Studie Sicherheit

In Nordrhein-Westfalen ist eine Studie zum o. g. Thema veröffentlicht worden. Diese ist hier vollständig im PDF-Format zu finden.

In Lüdenscheid haben wir uns im zurückliegenden Wahlkampf – vor allem mit der nächtlichen Situation in der Lüdenscheider Innenstadt sowie an weiteren Stellen (u. a. rund um die Phänomenta, am Knapper Schulhof, an der Kluse, am Spielplatz Breslauer Straße/Hochstraße auseinander gesetzt.

Scherben rund um die Phänomenta sollen zwar Glück bringen – sie vermitteln aber kein Gefühl von Sicherheit.

Gerne wurde als Gegenargument auf die zurückgehende Kriminalitätsstatistik verwiesen (auch wenn dort keine Ordnungswidrigkeiten berücksichtigt werden).

Umso interessanter ist auch die Studie in diesem Zusammenhang:

Rund 24.000 Menschen in NRW haben zu ihrem Sicherheitsempfinden und ihrer Erfahrung mit Gewaltkriminalität Auskunft gegeben und kriminologische Erkenntnisse bestätigt: Das subjektive Unsicherheitsempfinden steigt parallel zur Wahrnehmung von Vermüllung und Unordnung. Dabei ist es – gemäß der durchweg zurückgehenden Statistik – eher unwahrscheinlich, selbst ein Opfer von Gewalt zu werden.

Menschen fühlen sich vor allem in ihrer Nachbarschaft sicher. Das Gefühl der Unsicherheit nimmt zu, je weiter sie sich aus der Nachbarschaft bewegen. Frauen fühlen sich zudem nachts und im ÖPNV unsicherer als Männer, und sie schätzen das Risiko, Opfer einer Straftat zu werden, höher ein. Gleiches gilt im Übrigen für nicht heterosexuelle Personen und Menschen mit Migrationshintergrund in Bezug auf Straftaten, die ihnen wegen der Zugehörigkeit zu einer dieser Gruppen zugefügt werden.

Wie begegnen wir den Sorgen und Ängsten der Lüdenscheiderinnen und Lüdenscheidern in der Zukunft? Wie steigern wir das Gefühl von Sicherheit? Wie verhindern wir Vermüllung und Unordnung wirksam? Wir werden uns auf den Weg machen, um Antworten auf diese Fragen zu finden.