Kein Parkplatz für 12.000 Euro?

Jeder, der in Lüdenscheid eine Nutzungsänderung in der Innenstadt beantragt, steht ggf. irgendwann vor dieser Frage. Jede Nutzungsänderung oder Erweiterung kann dabei gravierende Folgen haben: Kann man für die Nutzung ausreichend Stellplätze nachweisen, ist alles in Ordnung (doch welcher Ladenbetreiber in der Innenstadt kann Stellplätze nachweisen?!). Kann man es nicht, dann muss man pro eigentlich notwendigem Stellplatz in der Innenstadt 12.000 Euro bezahlen. Auch dort, wo insgesamt keine neuen Stellplätze geschaffen werden können… .

Diese Hürde gilt für den Gastronomen, der seinen Betrieb erweitern möchte genauso wie für einen gemeinnützigen Verein, der ein leerstehendes Ladenlokal mit neuem Leben füllen möchte. Allein konstruktive Gespräche und die Kreativität der Stadtverwaltung haben in den letzten Jahren sehr viele Vorhaben gerettet, die sonst an 12.000 Euro, 24.000 Euro oder mehr gescheitert wären.

Wie kann ein Ladenbetreiber sich 12.000 Euro für die Ablösung von Stellplätzen leisten, der ggf. selbst noch nicht einmal weiß, ob die eigene Geschäftsidee aufgeht?

Manchmal hilft ein Blick über den Tellerrand – in diese Fall in unsere Nachbarstadt Iserlohn: Hier wird bei kleineren Einzelhandelsgeschäfte und Restaurants auf die Herstellung und Bereitstellung von Stellplätzen verzichtet (und damit sind die 12.00 Euro und mehr ebenfalls vom Tisch).

Gerade vor dem Hintergrund des anstehenden Stadtumbaus ist es unverzichtbar, Eigentümern und Gewerbetreibenden eine Nutzungsänderung oder Erweiterungen ohne zusätzliche Kostenbelastungen zu ermöglichen. Dabei ist es besonders wichtig, die kleineren, häufig inhabergeführten Geschäfte sowie die Gastronomiebetriebe im besonderen Maße zu fördern. 

Damit schaffen wir bessere Rahmenbedingungen Investitionen in unserer Innenstadt und fördern Menschen mit Initiative und dem Mut, Handel und Gastronomie in Lüdenscheid zu beleben.

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