JETZT wirksame Maßnahmen ergreifen

Die Corona-Krise hinterlässt soziale, wirtschaftliche und finanzielle Spuren.

Die Auswirkungen spüren wir zunehmend:

  • viele heimische Betriebe befinden sich in der Kurzarbeit.
  • viele Arbeitnehmer*innen, Freiberufler und Unternehmen haben existenzielle Sorgen.
  • der lokale Einzelhandel ist nachhaltig geschwächt.
  • für die Gastronomie ist die Perspektive nicht rosig
  • die Belastung durch Grundsteuern, Gewerbesteuern und KiTa-Gebühren ist dabei in Lüdenscheid unverändert hoch.
  • die Kinderbetreuung bis zu den Sommerferien und in den Sommerferien ist ungewiss.
  • bei unseren Kulturschaffenden und Veranstaltungsunternehmen ist in vielen Fällen die Existenzgrundlage für Konzerte, Auftritte, Veranstaltungen etc. weggebrochen.
Wie wirken sich die aktuellen Einschränkungen auf den Einzelhandel und die Gastronomie aus? JETZT ist der richtige Zeitpunkt, um mögliche Folgen abzumildern.

Aus unserer Sicht ist jetzt der richtige Zeitpunkt gekommen, um gemeinsam die nächsten Schritte vorzubereiten. Ziel und Absicht ist dabei, gemeinsam und in Übereinstimmung die Corona-Folgen durch entschlossene Maßnahmen abzumildern. Hierzu haben wir eine interfraktionelle Arbeitsgruppe unter Beteiligung der Verwaltungsspitze vorgeschlagen; als Diskussionsgrundlage haben wir unsere Ideen in Form konkreter Anträge zur Entscheidung eingebracht.

Im Wesentlichen sind wir an einer sachlichen Lösung und professionellen Herangehensweise interessiert. Deshalb haben wir angeregt, eine Arbeitsgruppe einzusetzen, die – neben Politikern aus der Ratsfraktionen – vor allem aus Fachleuten besteht (Vertreter von Gewerkschaften, Arbeitgebern, Bildungseinrichtungen, Gastronomie, Einzelhandel, soziale Einrichtungen, …).

Es wird interessant, welche Punkte Realität werden… .

Jetzt ist es an der Zeit, gemeinsam und entschlossen zu handeln!

Kein Parkplatz für 12.000 Euro?

Jeder, der in Lüdenscheid eine Nutzungsänderung in der Innenstadt beantragt, steht ggf. irgendwann vor dieser Frage. Jede Nutzungsänderung oder Erweiterung kann dabei gravierende Folgen haben: Kann man für die Nutzung ausreichend Stellplätze nachweisen, ist alles in Ordnung (doch welcher Ladenbetreiber in der Innenstadt kann Stellplätze nachweisen?!). Kann man es nicht, dann muss man pro eigentlich notwendigem Stellplatz in der Innenstadt 12.000 Euro bezahlen. Auch dort, wo insgesamt keine neuen Stellplätze geschaffen werden können… .

Diese Hürde gilt für den Gastronomen, der seinen Betrieb erweitern möchte genauso wie für einen gemeinnützigen Verein, der ein leerstehendes Ladenlokal mit neuem Leben füllen möchte. Allein konstruktive Gespräche und die Kreativität der Stadtverwaltung haben in den letzten Jahren sehr viele Vorhaben gerettet, die sonst an 12.000 Euro, 24.000 Euro oder mehr gescheitert wären.

Wie kann ein Ladenbetreiber sich 12.000 Euro für die Ablösung von Stellplätzen leisten, der ggf. selbst noch nicht einmal weiß, ob die eigene Geschäftsidee aufgeht?

Manchmal hilft ein Blick über den Tellerrand – in diese Fall in unsere Nachbarstadt Iserlohn: Hier wird bei kleineren Einzelhandelsgeschäfte und Restaurants auf die Herstellung und Bereitstellung von Stellplätzen verzichtet (und damit sind die 12.00 Euro und mehr ebenfalls vom Tisch).

Gerade vor dem Hintergrund des anstehenden Stadtumbaus ist es unverzichtbar, Eigentümern und Gewerbetreibenden eine Nutzungsänderung oder Erweiterungen ohne zusätzliche Kostenbelastungen zu ermöglichen. Dabei ist es besonders wichtig, die kleineren, häufig inhabergeführten Geschäfte sowie die Gastronomiebetriebe im besonderen Maße zu fördern. 

Damit schaffen wir bessere Rahmenbedingungen Investitionen in unserer Innenstadt und fördern Menschen mit Initiative und dem Mut, Handel und Gastronomie in Lüdenscheid zu beleben.

Schon einmal ein Ostern wie dieses erlebt?

Diese Frage habe ich mir heute bei meiner Osterwanderung gestellt. Und ich musste an das Jahr 1999 zurückdenken. Sierra Leone – ein Land im Rebellenkrieg. Unvergessen ist alleine die Anreise: Von Conakry (Guinea) aus über Land – sehr unsicher und abenteuerlich- mit mehreren Pannen und einer Nacht, die wir aufgrund einer Ausgangssperre im Auto vor Freetown verbringen mussten.

In den Ostertagen trafen wir viele Freunde: Alle konnten uns ihre persönlichen Geschichten erzählen. Wie Rebellen über Nacht in ihre Häuser gekommen sind. Wie Menschen gestorben sind. Wie sie es – im Gegensatz zu vielen anderen – geschafft haben, diesen Einmarsch zu überleben. Wir sahen heruntergebrannte Häuser und erlebten hautnah, was passiert war. Wir sahen Kindersoldaten und wurden an unzähligen Straßensperren gestoppt und durchsucht.

Zu diesem Zeitpunkt hatte niemand eine Idee, wie der Krieg eines Tages zu Ende gehen kann.

In einem halb abgebrannten Haus in Kissy (Vorort von Freetown) erlebten wir ehrenamtliche CVJM Mitarbeiter, die Kinder von der Straße geholt hatten und sich liebevoll kümmerten. Wir erlebten, wie Mitarbeiter des CVJM sich um Flüchtlingskinder gekümmert haben und mit starken Visionen den Wiederaufbau vorbereitet haben.

Heute gehen in Kissy mehrere Hundert Kinder in den Kindergarten und die Schule des CVJM. Im damaligen umkämpften Osten des Landes – in Kenema – steht ein CVJM Zentrum. Hier bekommen Jugendliche eine Ausbildung. In der Ebola Krise ist dort eine neue Schule entstanden: Die Schule der Hoffnung. Vor genau einem Jahr – Ostern 2019 – ist ein neues Schulgebäude dort eröffnet worden, wo vor 21 Jahren noch erbittert Krieg geführt wurde… .

Vor diesem Hintergrund stelle ich mir heute die folgenden Fragen:

Welche Erfahrungen nehmen wir aus unserer Ostern-Erfahrung 2020 mit?
Welche Visionen, Ideen und Ziele entwickeln wir in dieser Krise?
Was können wir jetzt besser machen?