Heute Lust auf Kino?

Der Filmpalast-Lüdenscheid ist eines der schönsten Kinos in Deutschland.

Ich habe hier 1981 meinen ersten Kinofilm gesehen (Cap und Capper). Legendär waren auch die „Langen Filmmächte“ – die „absurdeste“ in meiner Erinnerung war „Apollo 13“ (Tom Hanks) zusammen mit  „Alarmstufe Rot – Teil 2“ (Steven Seagal) im Jahr 1995.

Zu Filmen wie Roger Rabbit (1988) oder Cocktail (1989) ging es meistens in einer größeren Truppe. Genauso wie Jurassic Park (1993). Die schönsten Kino-Momente habe ich nicht im „Zentral“, „Stern“ oder „Capitol“ erlebt, sondern im Filmpalast..

Das „neue“ Park-Theater diente irgendwann dem „besonderen“ Kinoerlebnis mit dem besten Freund – Stefan (beim „Soldat James Ryan“ brannte 1998 der Film durch und bei „Training Day“ hatten wir 2001 eine wundervolle Privat-Vorstellung in Kino 7).

Mit einer schönen Frau an meiner Seite habe ich die meisten Filme im Filmpalast erlebt – unvergessen zum Beispiel „Australia“ (2008). Dieser Film ist von den Kritikern „zerrissen“ worden. Aber es wäre anders gekommen, wenn sie diesen Film im Filmpalast gesehen hätten.

Mit meiner Frau – StarWars

Egal ob im Zuge einer Bertriebsversammlung, diversen Dankeschön-Kinoerlebnissen des Stadtjugendrings oder einer „Exklusiv-Buchung“ für die große Familie mit dem Film Rio (2011): Der Filmpalast war häufig „erste Wahl“.

Warum schreibe ich das?
Weil ich mich auch an eine Zeit „zwischendurch“ erinnere, in der die Füße auf dem Boden klebten und einzelne Sitzreihen fast umfielen.

Seit André Lubba den Filmpalast übernommen hat, ist dieser – nach und nach – zu dem für mich schönsten Kino in Deutschland geworden. Dazu hat man die Wahl, normal zu sitzen, zu fleetzen (Cloud-Lounge), zu kuscheln, sich im VIP-Bereich auszudehnen oder sich eine ganze „Insel“ für Freunde und Familie zu besorgen.

Ticket-Buchung Online: Einmal fast die komplette Cloud-Lounge buchen…

Mit großem Aufwand und viel Liebe zum Detail ist der Filmpalast vor Kurzem erweitert worden. Das muss erhalten bleiben.

Deswegen:

Ich freue mich bereits heute darauf, meinen Gutschein einzulösen. Danke André Lubba und Team-Filmpalast. Haltet durch und bleibt gesund. Für weitere schöne Momente in meinem Leben… .

Was können wir über den Umgang mit einer Pandemie lernen?

Insgesamt zwölf Mal war ich jetzt schon in Sierra Leone. Christian Kamara (Generalsekretär des CVJM in Sierra Leone) ist ein guter Freund von mir. Eine Partnerschaft findet – aus meiner Sicht – immer auf Augenhöhe statt. Daher war es mir wichtig, von einem der „Ebola-Krisenmanager“ in den Jahren 2014/2015 etwas für die aktuelle Corona-Krise zu lernen… .

Christian – vor ungefähr sechs Jahren – im März 2014 hat die Ebola-Krankheit in Sierra Leone begonnen. Wann hast du realisiert, dass es sich um eine schlimme Epidemie gehandelt hat?

Eine „mysteriöse“ Krankheit breitete sich am 26. Dezember 2013 in einem kleinen Dorf in Guinea lautlos aus, wurde jedoch erst am 21. März 2014 nach dem Tod eines 10-jährigen Jungen als Ebola identifiziert. In Sierra Leone begann der Ausbruch langsam und lautlos und führte Ende Mai und Anfang Juni allmählich zu einer Reihe von Krankheitsfällen. Die Fälle nahmen dann im letzten Quartal des Jahres exponentiell zu, wobei im November 2014 ein dramatischer Anstieg zu verzeichnen war.

Mitarbeiter des CVJM Sierra Leone verteilen Informationsmaterial und Hilfsmittel 2014

Wie hat sich Ebola auf deine Gesellschaft ausgewirkt – abgesehen von den Menschen, die krank wurden?

Die Wirtschaft ging während des Ebola-Ausbruchs stark zurück. Es gab eine Nahrungsmittelknappheit. Die Preise für Grundnahrungsmittel wie Reis stiegen. Es gab vereinzelt Lieferungen des Welternährungsprogramms an Häuser mit Familien in Quarantäne, die vom Virus betroffen waren. Die Landeswährung verlor schnell an Wert. Sanitärprodukte wie Plastikeimer und Chlor sind bis heute teurer als vor dem Ebola-Ausbruch.

In sozialer Hinsicht hat die Ebola-Epidemie gezeigt wie schwach das Gesundheitssystem ist. Der Präsident hat den Gesundheitsnotstand ausgerufen. Die sozialen und wirtschaftlichen Aktivitäten von Bürgern wurden im Zusammenhang mit der Bekämpfung des Virus stark eingeschränkt. Eine Ausgangssperre wurde mit Ausnahme der systemrelevanten Arbeitskräfte verhängt. Schulen und Universitäten mussten schließen und öffentliche Versammlungen waren strengstens verboten. In allen Einrichtungen und Heimen wurden Hygienemaßnahmen durchgesetzt. Soziale Distanzierung und regelmäßiges Händewaschen wurde zur absoluten Pflicht. Der CVJM in Sierra Leone stellte seine normalen Aktivitäten ein und konzentrierte sich voll auf den Kampf gegen Ebola. Viele Tausend Menschen kamen durch Ebola ums Leben. Das ist eine Erinnerung, die noch immer für viele unerträglich ist. Sie ist noch immer tief in den Herzen und Gedanken der Angehörigen verankert.

Was waren die größten Herausforderungen für euch in dieser Zeit?

Es gab mehrere Herausforderungen. Eine koordinierte Reaktion zu Beginn des Ausbruchs fehlte völlig. Das änderte sich erst mit der Einrichtung des Nationalen Ebola-Reaktions-Zentrums. Die Führungskräfte waren trotz begrenzter Ressourcen (Finanzen, Schutzausrüstung, Ausrüstung und Personal usw.) irgendwie gezwungen, das Virus einzudämmen. Der Mangel an grundlegender Ausrüstung machte die Rückverfolgung und Überwachung von Kontakten sehr schwierig und komplex, was dazu führte, dass sich immer mehr Menschen mit dem Virus infizierten. In den meisten Häusern unter Quarantäne herrschte Nahrungsmittelknappheit, was dazu führte, dass sich viele aus aus diesen Häusern schlichen, um Nahrungsmittel zu beschaffen.

Mit einem „fahrenden Ärzteteam“ hat der CVJM Sierra Leone einen großen Anteil an der Aufklärung der Bevölkerung und Eindämmung der Ebola-Epidemie leisten können.

Das Gesundheitspersonal und freiwillige Helfer waren nicht  angemessenen und gründlich darauf vorbereitet, um mit kranken Menschen umzugehen und Fälle effektiv zu behandeln. Es gab zusätzlich das Problem einer gemischten Nachrichtenübermittlung mit Fakten und Mythen über das Virus, die eine Eindämmung der Krankheit ernsthaft beeinträchtigt haben.

In Bezug auf die gegenwärtige Coronakrankheit: Wie wirkt sie sich derzeit auf euch aus und was erwartest du in Bezug auf diese Krankheit für die Situation in Sierra Leone?

Wir sind immer noch optimistisch, dass Sierra Leone vom Corona-Virus verschont wird. Da Guinea und Liberia Fälle von Koronaviren als Nachbarländer verzeichnen, ist die Tendenz für Sierra Leone, das Virus auch hier zu haben, aktuell hoch. In dieser Hinsicht stellt sich CVJM Sierra Leone auf die folgenden Dinge ein:

  • Der CVJM ist sofort bereit zu reagieren, falls es bei uns im Land auch einen oder mehrere Fälle geben wird.
  • Corona wird sich auf unsere Aktivitäten – an aktuell 23 Orten – auswirken.
  • Die Krankheit kann sich auf die wirtschaftliche Situation des CVJM Sierra Leone auswirken.
  • Wir haben bereits in unseren Büros und Gebäuden Hygienemaßnahmen eingeleitet, Informationsmaterial ausgetauscht und die Projekt-Aktivitäten in einigen Bereichen eingeschränkt.
Christian Kamara beim Eintrag ins Goldene Buch der Stadt Lüdenscheid

In Lüdenscheid wurde ein Krisenstab einberufen. Die Stadt Lüdenscheid musste Schulen, Kindergartenschulen, unser Theater, Museen, Schwimmbäder und sogar Bars sowie Restaurants schließen. Alle Geschäfte – mit Ausnahme der Grundbedürfnisse – sind ebenfalls geschlossen. Wie empfindest du diese Situation?

Wir sind zutiefst traurig über die Situation in Deutschland. Unsere Gedanken und Gebete sind bei CVJM und dem gesamten deutschen Volk. Obwohl es harte Beschränkungen sind, handeln alle Verantwortlichen im besten Interesse und zum Schutz der Bevölkerung.

Gemeinsam mit Christian Kamara bei einer Pressekonferenz in Sierra Leone: Am Abend waren wir im TV und im Radio – am kommenden Tag in den Zeitungen des Landes zu finden… .

Welchen Rat kannst du uns als jemand geben, der die Ebola-Krankheit durchgemacht hat und einige kritische Situationen bewältigt hat (Rebellenkrieg, Cholera-Krankheit, Wassermangel und Schlammlawine)?

Mein Rat ist einfach: Wendet Hygienemaßnahmen wie das gründliche Händewaschen an. Befolgt die Anweisungen der Ärzte und die Richtlinien der Regierung. Vermeidet Bereiche, die als risikoreich gelten, und wendet die soziale Distanzierung an. Alle notwendigen Vorsichtsmaßnahmen müssen jederzeit befolgt werden. Reagiert nicht panisch, sondern bleibt ruhig und haltet euch an die Anweisungen.

Wendet die drei „i’s“ an:

  • Iidentifiziert eine Person, die Symptome zeigt,
  • Isoliert die Person, die Symptome zeigt und
  • Informiert das Gesundheitsamt, damit diese Person getestet und behandelt wird.

Es wird vorbeigehen und alles wird gut. Seid belastbar und unterstützt euch gegenseitig in diesen sehr schwierigen Zeiten.