Schon einmal ein Ostern wie dieses erlebt?

Diese Frage habe ich mir heute bei meiner Osterwanderung gestellt. Und ich musste an das Jahr 1999 zurückdenken. Sierra Leone – ein Land im Rebellenkrieg. Unvergessen ist alleine die Anreise: Von Conakry (Guinea) aus über Land – sehr unsicher und abenteuerlich- mit mehreren Pannen und einer Nacht, die wir aufgrund einer Ausgangssperre im Auto vor Freetown verbringen mussten.

In den Ostertagen trafen wir viele Freunde: Alle konnten uns ihre persönlichen Geschichten erzählen. Wie Rebellen über Nacht in ihre Häuser gekommen sind. Wie Menschen gestorben sind. Wie sie es – im Gegensatz zu vielen anderen – geschafft haben, diesen Einmarsch zu überleben. Wir sahen heruntergebrannte Häuser und erlebten hautnah, was passiert war. Wir sahen Kindersoldaten und wurden an unzähligen Straßensperren gestoppt und durchsucht.

Zu diesem Zeitpunkt hatte niemand eine Idee, wie der Krieg eines Tages zu Ende gehen kann.

In einem halb abgebrannten Haus in Kissy (Vorort von Freetown) erlebten wir ehrenamtliche CVJM Mitarbeiter, die Kinder von der Straße geholt hatten und sich liebevoll kümmerten. Wir erlebten, wie Mitarbeiter des CVJM sich um Flüchtlingskinder gekümmert haben und mit starken Visionen den Wiederaufbau vorbereitet haben.

Heute gehen in Kissy mehrere Hundert Kinder in den Kindergarten und die Schule des CVJM. Im damaligen umkämpften Osten des Landes – in Kenema – steht ein CVJM Zentrum. Hier bekommen Jugendliche eine Ausbildung. In der Ebola Krise ist dort eine neue Schule entstanden: Die Schule der Hoffnung. Vor genau einem Jahr – Ostern 2019 – ist ein neues Schulgebäude dort eröffnet worden, wo vor 21 Jahren noch erbittert Krieg geführt wurde… .

Vor diesem Hintergrund stelle ich mir heute die folgenden Fragen:

Welche Erfahrungen nehmen wir aus unserer Ostern-Erfahrung 2020 mit?
Welche Visionen, Ideen und Ziele entwickeln wir in dieser Krise?
Was können wir jetzt besser machen?

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